Distributed Chess Project (beendet)
Wenn der Bilschirmschoner dieses Programms lief, zeigte er im Vordergrund Animationen bekannter Schachpartien an. Gleichzeitig arbeitete völlig unabhängig davon im Hintergrund ein anderer Prozess, der neuronale Netze erzeugte und trainierte, damit diese immer stärkere Spielstärken im Schach erreichten.
Im Unterschied zu bekannten Schachprogrammen kannten die neuronalen Netze hierbei keine Strategien wie Alpha-Beta-Suche, Eröffnungsbibliotheken und Stellungsbwertungen. Die neuronalen Netze benutzten lediglich eine parametrisierbare mathematische Funktion über mehreren Variablen, mit deren Hilfe aus einer Schachstellung ein neuer gültiger Zug berechnet werden konnte. Oder, um es ein wenig praktischer zu beschreiben: Die Netze spielten Schach nach Prinzipien der Mustererkennung (wobei das Muster einen Teil der aktuellen Brettstellung ausmacht). Die generierten neuronalen Netze unterschieden sich also nur durch ihre verschiedenen Funktionsparameter.
Nachdem eine gewisse Anzahl Netze erzeugt wurde, spielten diese gegeneinander und wurden danach - abhängig von ihrem Erfolg - bewertet. Für die nächste Stufe der Simulation wurden neue Netze derart erzeugt, dass sie jeweils Anteile der besten alten Netze in sich vereinten. Auf diesem Weg erfolgte über mehrere Generationen hinweg eine Evolution der neuronalen Netze.
Das Projekt wurde 2003 abgebrochen, nachdem es recht erfolgreiche Resultate erzielt hatte. Es wurde aber keine Möglichkeit gesehen das Programm noch wesentlich stärker spielen zu lassen. Das Projekt lief ein gutes Jahr und hatte ungefähr 650 registrierte Teilnehmer, die etwas über 16 Jahre Rechenzeit spendeten.
Inhalt
Projektübersicht
| Name | Distributed Chess Project |
| Kategorie | Schach |
| Ziel | Training künstlicher neuronaler Netze für Schachspiele |
| Kommerziell | nein |
| Homepage | neural-chess.netfirms.com |
| Dieses Projekt wird in Deutschland durchgeführt. |
Projektstatus
Projektlinks
Clientprogramm
Betriebssysteme
| Windows | ||
| Linux | ||
| DOS |
| |
| BSD | ||
| Solaris | ||
| Java (betriebssystemunabhängig) |
Client-Eigenschaften
| Funktioniert auch über Proxy | |
| Normal ausführbares Programm | |
| Als Bildschirmschoner benutzbar | |
| Kommandozeilenversion verfügbar | |
| Personal Proxy für Work units erhältlich | |
| Work units auch per Mail austauschbar | |
| Quellcode verfügbar | |
| Auch offline nutzbar | |
| Checkpoints |
Besonderheiten des Clients
- Man kann bei diesem Projekt als Nutzer aktiv in die Berechnungen eingreifen. Eine ganze Reihe Parameter für die neuronalen Netze können manuell eingestellt werden, sofern man das möchte.
- In einem kleinen Tray-Icon wird ständig angezeigt, wieviel Prozent der WU noch zu berechnen sind.
- Seit der Version 2.0 kann der Client auch automatisch eine Verbindung mit dem Server herstellen.
Screenshots
Meldungen
19.02.2002: Evolving brainier players